34. Isny Opernfestival – 2022

Aktuelle Informationen :

Die Odyssee:

Im August liefen Filmaufnahmen auf der Schweineburg bei Isny für das Filmprojekt „Die Irrfahrten des Odysseus“ des Isny Opernfestivals, im Rahmen des Programmes „Kunst trotz Abstand“ des Ministeriums für Kunst Baden-Württemberg.

Hans-Christian Hauser führt Regie und spielt selbst den Odysseus. Jana Spasojevic, Sängerin aus Belgrad, die bei „Die Liebe zu den drei Orangen“ dem Publikum als Truffaldin in fröhlicher Erinnerung ist, spielt die weiblichen Figuren Zauberin Kirke, Nymphe Kalypso, Köngstochter Nausikaa… Schreiner Franz Kirchmann aus Isny und Schreiner Helmut Prinz aus Gestratz haben ein schwungvolles griechisches Schiff geschaffen, das überraschend in der Allgäuer Landschaft gelandet ist.

Die Gefährten des Odysseus auf dem Schiff werden gespielt vom Pianisten Phong Nguyen aus Isny, von Xinhang Zhou aus Trossingen, von Maximilian  Prinz aus Gestratz und von drei Schülern aus Isny: Michael Hübscher sowie Benedikt und Michael Hartig.

Die Szenen mit Kalypso und Nausikaa werden an dramatischen Schauplätzen an der Argen im fließenden Wasser gedreht. Zauberin Kirke residiert in einem umgestürzten Baum.

Die Filmmusik hat Hans-Christian Hauser komponiert. Sie wurde Mitte September im Foyer der Firma Zebris aufgenommen. Das Instrumentalensemble: Leandro Hauxwell, Violine (von der Musikhochschule München, er war Konzertmeister beim Festivalkonzert 2022 in der Nikolaikirche), Alisa Heutmann, Flöte,  Matthias Jakob, Schlagwerk, Phong Nguyen, Klavier, Hans-Christian Hauser, Cembalo.

Tonaufnahmen der Filmmusik machte Werner Walravens; Die Sprache der Erzähltexte nahm Frank Erhardt auf.  Sprecher ist Martin Höhler, Student an der Musikhochschule Stuttgart, bekannt als Tenor bei der Isny-Oper )

Die Filmcrew für die Szenen auf der Schweineburg und an der Argen besteht aus Simon Burger, Fabio Paulmichl  (FORM Bewegtbild) aus Leutkirch. Johannes Daniel aus Isny filmte Vasenbilder und Statuen in der Glyptothek (staatliche Antikensammlungen) in München. Maria Anelli, bekannt als Sängerin der Isny-Oper, ist nun in diesen Wochen dabei, den Film in sehr kreativer Weise aus den verschiedenartigen Bildern und Filmsequenzen zusammenzuschneiden. Sie hat bereits Filmschnitt für Videos verschiedener Musiktheaterwerke von Hans-Christian Hauser und für Promovideos der Isny-Oper geschaffen.

Der Film wird gefördert im Impulsprogramm „Kultur trotz Corona“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie von der LBBW Stiftung.

Das Neue Ringtheater Isny unterstützt mit Freude diesen in der Natur nahe Isny gedrehten Film und veranstaltet die festliche Premiere am Freitag 4. November um 19:00 Uhr.

Eintritt ist 3 Euro. Einladung zu einem kleinen Umtrunk ist im Preis inbegriffen.

   

Impressionen unserer Vorbereitungen auf das Filmprojekt „Die Irrfahrten des Odysseus“ im Rahmen des Programms „Kunst trotz Abstand“ des Ministeriums für Kunst Baden-Württemberg.

Dank an „Zukunftsstark“

Wir danken dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg für einen Zuschuss für technische Innovation aus dem Programm „Zukunftsstark“.

Mit diesem Zuschuss wurde ein Display angeschafft, sodass das Publikum die gesungenen Texte mitlesen kann; außerdem Stühle für den Schlosshof in Isny und Software für Werbevideos und die Webseite isny-oper.de

Rückblick – Programm des Isny Opernfestivals 2022:

Programmheft 2022

Die Liebe zu den drei Orangen (Sergej Prokofjew)

Oper in vier Akten und einem Prolog
Reduzierte Orchestrierung von Philipp Haag

Libretto von Sergej Prokofjew nach Vsevolod Meyerholds Adaption des Stückes von Carlo Gozzi

In deutscher Textfassung von Werner Hintze

Freilichtaufführung im Innenhof des Schlosses Isny

30. Juni – 2. Juli je um 19:30 Uhr (Alternativtermine bei durchgehend schlechtem Wetter: Montag, 4. Juli und Dienstag, 5. Juli)

Flexible Termine je nach Wetterlage, aktuelle Informationen hier auf unserer Homepage, via www.isny.de/isny-opernfestival oder telefonisch über 0170 7056335

Aufführungen in München und Stuttgart

Donnerstag, 7. Juli um 19:00 Uhr im Wilhelma-Theater Stuttgart

Samstag, 9. Juli um 19:30 Uhr im Innenhof der Glyptothek München (Alternativtermin bei schlechtem Wetter: Sonntag, 10. Juli)

Streaminghinweis: Dienstag, den 24. Mai um 19 Uhr war die Isny Oper bei Die Streamerei im Format Oberland zu Gast. Im Gespräch mit Max Eiden erzählt der künstlerische Leiter Hans-Christian Hauser hier von seinem Werdegang und gibt unterhaltsam Einblicke in die faszinierende Welt eines Opernfestivals in der Kleinstadt.

Über folgendem Link können Sie sich die Folge ansehen:

Oberland

Dieses Jahr schlägt die Isny Oper einen Bogen über Raum und Zeit quer durch Europa. Die Liebe zu den drei Orangen, eine 1921 uraufgeführte, ursprünglich französischsprachige Oper des im Dorf Sonzowka in der Ostukraine aufgewachsenen Komponisten Sergej Prokofjew, bezieht sich inhaltlich auf eine italienische Komödie aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Gehen Sie mit uns auf die Reise!

Dem Prinzen eines Königreichs ist es bedingt durch unheilbare Melancholie nicht möglich, zu lachen. Schon machen sich seine Cousine Clarice und Ministerpräsident Léandre Hoffnungen auf Macht und Thron. Durch einen plötzlichen Ausbruch von Schadenfreude wird er zwar geheilt, gleichzeitig aber auch mit dem Fluch belegt, ruhelos in Liebe zu drei Orangen zu entbrennen.

Gemeinsam mit seinem Freund Truffaldino begibt er sich auf die Suche nach den drei Orangen, findet und befreit sie auf Kreonta, kann jedoch nur aus einer der Orangen eine Prinzessin retten – Ninetta. Nach diversen Komplikationen und dem beherzten Eingreifen verschiedenster Mächte kommt es schließlich zur Heirat der beiden und damit zum glücklichen Ende dieses wortwörtlich zauberhaften Stücks.

Gleißendes Sonnengold, eine unübersehbare Steppe mit bunten Feldblumen, ein Meer von Weizen, das der heiße Wind leicht bewegt und die hoch über dem Reichtum des Sommers schwebende Lerche – das ist die Ukraine. Hier, nahe Donezk, wurde vor über hundert Jahren in einem Dorf mit dem klangvollen Namen Sonzowka Sergej Prokofjew geboren. Amerika vor Augen bearbeitete Prokofjew – als er anno 1918 seiner Heimatstadt den Rücken kehrte – ein Märchenstück von Carlo Gozzi, das 1761 unter dem Titel L’Amore delle tre melarance erschienen war. In Chicago begeisterte sich der Direktor der dortigen Oper für Prokofjews Kompositionsvorhaben. Nach der begeistert aufgenommenen Uraufführung, deren Isnzenierung 1922 auch in New York gezeigt wurde, gelangte das Werk erstaunlich schnell aus der Neuen Welt in die Alte. Bereits 1925 kam es in Köln zur deutschen Erstaufführung.

„Die Liebe zu den drei Orangen“ ist erfüllt von einem erfrischenden Volkshumor und stellt sich jeglicher Geschraubtheit, eingefahrener Routine und vorgetäuschter Tiefsinnigkeit auf der Bühne entschieden entgegen. Komisch sind die Hauptpersonen der Handlung: der majestätische, jedoch nicht humorlose König, der Spaßvogel Truffaldino, der aufgeblasene Zauberer Tschelio und eine riesengroße Köchin mit gewaltigem Suppenlöffel und rauh-heiserer Bassstimme.

Im Laufe des Stücks wird leidenschaftlich ein Kampf zwischen zwei Welten ausgetragen. Die böse Fata Morgana mit ihrer Helfershelferin Smeraldina begünstigt den Minister Leander und die Prinzessin Clarice, die Böses im Schilde führen: sie möchten den Prinzen ermorden, um an den Thron zu kommen. Drei Gruppen agieren ineinander verwoben: die Personen aus dem Märchen wie König Treff, der Prinz, Truffaldino, Prinzessin Clarice und Minister Leander. Dann die Zauberer und Hexen der Unterwelt, die die Karten Mischen und das Schicksal der Menschen bestimmen, und schließlich die Vertreter der Theaterdirektion, die alle Vorgänge kommentieren. Das sind Tragiker, Lyriker, Komiker, Hohlköpfe und verschrobene Käute.  Die kleinen Teufel warten mit einem „Höllentanz“ auf.

Prokofjews Musik mit schnellen Rhythmen, phantastischen und ironisierenden Elementen, vibrierender Spontaneität und Impulsivität atmet Fröhlichkeit und Lebensfreude. Der großartige Festmarsch ist in der ganzen Welt als Ohrwurm bekannt geworden.

VVK: Karten zeitnah in der Isny Info im Hallgebäude unter 07562 99990-50, per Mail an info@isny-marketing.de, online via www.isny.reservix.de oder bei allen reservix-Vorverkaufsstellen sowie in der Igel-Buchhandlung Tel. 07562 8601 verfügbar. Für die Vorstellung in München sind Karten ab 1. Mai in der Glyptothek erhältlich, für die Vorstellung in Stuttgart über das Wilhelma-Theater.

Preise:

Aufführungen in Isny:

Eintritt: 29,- €
ermäßigter Eintritt: 27,– €
Schüler/Herzenskarte: 5,– €
Familienkarte A: 55,– €
Familienkarte B: 60,– €

Aufführung in Stuttgart:

– je 28,15 Euro
– sichteingeschränkt 11,65 Euro

Aufführung in München:

– je 25 Euro
– ermäßigt 15 Euro

Fotogalerie „Die Liebe zu den drei Orangen“:

Musikalischer Rückblick „Die Liebe zu den drei Orangen“:

 

Gefördert durch:

 

Festivalkonzert

Sonntag, 26. Juni um 19 Uhr in der Nikolaikirche Isny

Im Herbst 1822 arbeitete Franz Schubert an einer Sinfonie in der bis dahin völlig ungebräuchlichen Tonart h-Moll. Sie ist Fragment geblieben und gleicht so auch dem äußeren Lebensgange des Meisters, der ja in der Blüte seines Lebens verstarb. Bezaubernd ist die Klangschönheit der beiden Sätze. Kaum eine Sinfonie beginnt derart düster und bedrohlich wie „Die Unvollendete“. Das Seitenthema wirkt ländlich, ja sogar volksliedhaft, und ist zweifelsohne für die große Popularität der Sinfonie verantwortlich. Der zweite Satz bildet in seiner E-Dur-Wärme und seiner sich zu hymnische Liebesgeständnissen aufschwingenden Glückseligkeit den Gegenpol zum ersten Satz.

Anton Stepanowitsch Arenskij wurde 1861 in Nowgorod geboren. Hochromantische sinnliche Schönheit und Eleganz im Banne Tschaikowskijs zeichnet das Violinkonzert a-Moll op. 54 aus, das Arenskij im Alter von 40 Jahren komponierte. Adrián Ibañez-Resjan aus Helsinki, der das Isnyer Publikum schon in den vergangenen Jahren mit den Violinkonzerten von Beethoven und Weil sowie als Konzertmeister und Kammermusiker verzaubert hat, spielt die Solovioline.

Kurt Weills 2. Sinfonie entstand im Auftrag der Mäzenin Winnaretta Singer, der Princesse Edmond de Polignac. Im Januar 1933 in Berlin begonnen, wurde die Komposition im März durch die Flucht Weilss nach Frankreich infolge der nationalsozialistischen Machtübernahme unterbrochen. Im Dezember 1933 konnte Kurt Weill die Skizze in Louveciennes nahe Paris abschließen. Die Uraufführung fand am 11. Oktober 1934 durch das Concertgebouw-Orchester in Amsterdam statt, geleitet von Bruno Walter. In der Klarheit und Brillanz des Klangbildes dieser „Symphonischen Fantasie“ offenbart Weill seine Affinität zur Musik Mozarts, während die romantischen und volkstümlichen Züge des Werks eine Verbindung zu Schubert und Mahler zeigen. Die Zuhörerschaft reagierte positiv, die Kritik eher verhalten, wobei auch antisemitische Ressentiments durchklangen.

VVK: Karten zeitnah in der Isny Info im Hallgebäude unter 07562 99990-50, per Mail an info@isny-marketing.de, online via www.isny.reservix.de oder bei allen reservix-Vorverkaufsstellen erhältlich. Familien-, Schüler- und Herzenskarten sind in der Igel-Buchhandlung Tel. 07562 8601 und an der Abendkasse verfügbar.

Preise:

Eintritt: 20,- €
ermäßigter Eintritt: 18,– €
Schüler/Herzenskarte: 5,– €
Familienkarte A: 35,– €
Familienkarte B: 40,– €

Musikalischer Rückblick „Festivalkonzert“:

Musikalischer Rückblick „Minikonzert des Isny Opernfestivals am 3.Juli 2022“:

Gefördert durch:

Däumelinchen

Märchen von Hans Christian Andersen mit Musik
für Kinder zum Mitspielen

Samstag 5. März um 17 Uhr im Kurhaus am Park

Wir spielen das Märchen „Däumelinchen“ von Hans Christian Andersen mit Musikstücken von berühmten Komponisten aus dem 20. Jahrhundert.

Elsa Kodeda, Sängerin und Theaterpädagogin aus München, führt die Kinder aus Isnyer Kindergärten liebevoll in die Welt Däumelinchens. Die vielen Figuren des Märchens werden von den Kindern gespielt und zur Musik getanzt. Die Kinder kommen dabei in Berührung mit exzellenten professionellen Instrumentalisten des Isny Opernfestivals und mit klassischer Kammermusik.

Die öffentliche Aufführung des Märchens für Eltern, Geschwister und weiteres Publikum ist am Samstag 5. März um 17 Uhr im Kurhaus am Park Isny.
Der Eintritt ist frei.

Handlung

Eine Frau wünscht sich ein Kind und bittet eine alte Hexe um Hilfe. Sie erhält von ihr ein magisches Gerstenkorn. Daraus wächst eine Blume, in deren Blüte sich ein kleines Mädchen findet, das nicht länger als ein Daumen ist und darum Däumelinchen genannt wird.

Eines Nachts, Däumelinchen schläft in ihrem Walnussschalten-Bett, springt eine alte Kröte ins Zimmer und entführt Däumelinchen auf einen See, denn die Kröte sieht in Däumelinchen eine geeignete Braut für ihren dummen und hässlichen Krötensohn. Freundliche Fische nagen das Seerosenblatt los, auf dem Däumelinchen gefangen ist.

So treibt sie auf dem Blatt in die Freiheit, gezogen von einem Schmetterlin. Ein Maikäfer verliebt sich in Däumelinchen, doch als die anderen Maikäfer Däumelinchen als hässlich bezeichnen, lässt er sie fallen. Der Winter kommt und Däumelinchen hungert und friert. Sie bittet um Unterschlupf bei einer alten Feldmaus, die sie gütig aufnimmt. Für Kost und Logis muss Däumelinchen das Haus der Feldmaus sauber halten und ihr Geschichten erzählen. Däumelinchen findet eine halberfrorene Schwalbe und pflegt sie gesund. Der Nachbar, ein reicher und naturgemäß blinder Maulwurf, kommt öfter zu Besuch und hält schließlich um Däumelinchens Hand an. Däumelinchen flüchtet auf dem Rücken der Schwalbe in ein warmes Land.

Dort findet sie in einem Blumenbeet einen geflügelten Märchenprinz ihrer Größe, den sie heiratet. Der Prinz schenkt ihr ein Paar Flügel. Nun können beide von Blume zu Blume fliegen.

 

„Das Projekt „Däumelinchen“ wird gefördert durch „Zur Bühne“, das Förderprogramm des Deutschen Bühnenvereins im Rahmen von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“.

Veranstalter: Isny Opernfestival e.V.
künstlerische Leitung: Hans-Christian Hauser

Rückblick: Däumelinchen

Mittagsmusik am Bösendörferflügel im Kurhaus Isny

Sonntag, 6. März 2022, 15:00 Uhr

Adrián Ibañez-Resjan, Sibeliusakademie Helsinki, Violine
Miahela Elena Matei, Dozentin an der JMS Württembergisches Allgäu, Violine
Z h a o Qiyun, Musikhochschule Stuttgart, Viola
Bledar Zajmi, Solocellist der Staatsoper Prag
Alisa Heutmann, Isny, Flöte
Sandra Bodenmüller, Isny, Klarinette
Hans-Christian Hauser, Klavier

spielen Kammermusik:

Erich Korngold Klavierquintett E-Dur 1. Satz
Hanns Eisler „Vierzehn Arten, den Regen zu beschreiben“ für Klavier und fünf Instrumente
Anton Arenskij Klavierquintett d-Moll

Eintritt frei, Spenden herzlich willkommen.

Hans-Christian Hauser lädt brillante Instrumentalisten von weit her ein, um bei der letzten winterlichen Mittagsmusik ein ambitioniertes Kammermusikprogramm zu bieten. Bledar Zajmi, Solocellist der Staatsoper Prag, hat in Isny in vielen Jahren immer wieder beim Isny Opernfestival mitgewirkt. Adrian Ibañez-Resjan aus Helsinki war die letzten drei Jahre Konzertmeister und glänzte bei den Festivalkonzerten mit Violinkonzerten von Weill und Beethoven. Alle sieben Musiker fügen sich mit großer musikalischen Leidenschaft zum Kammermusikensemble zusammen.

Erich Korngold Klavierquintett in E-Dur

Erich Korngold wurde 1897 in der Stadt Brünn geboren, die dank Janáček zu musikalischem Weltruhm gelangte und aus der auch Pavel Haas stammte, der Komponist der Oper Šarlatan (Isny Opernfestival 2021). Aufgewachsen ist er in Wien, wo er bereits mit zehn Jahren als pianistisches, später auch als komponierendes Wunderkind gefeiert wurde. Für drei Jahrzehnte gehörte er zu den schillerndsten Figuren der Wiener Moderne, bis ihn die Machtübernahme der Nationalsozialisten ins amerikanische Exil trieb. Dort hatte er eine zweite Karriere als Filmkomponist begonnen. Am bekanntesten ist er heute aber für seine Opern.

Das Klavierquintett in E-Dur gehört in die erste, die Wiener Hälfte seines Lebens und Schaffens. Dennoch denkt man bei dem 1919 komponierten Werk bereits an die Üppigkeit seiner amerikanischen Filmpartituren und an die großen, leidenschaftlichen Szenen seiner Opern.

„Der erste Satz „Mäßiges Zeitmaß, mit schwungvoll blühendem Ausdruck“ beginnt mit einem leidenschaftlichen Thema. Die Atmosphäre ist gesättigt von Leidenschaft.

Hanns Eisler 14 Arten den Regen zu beschreiben

Hanns Eisler, geboren 1898 in Leipzig, war Schüler Arnold Schönbergs und wird der Zweiten Wiener Schule zugerechnet. Er war politisch und künstlerisch der engste Weggefährte des Dramatikers und Lyrikers Bertolt Brecht, mit dem er von Ende der 1920er Jahre bis zu dessen Tod persönlich und musikalisch verbunden war. Eisler hinterließ Klavier- und Orchesterwerke, eine Reihe kammermusikalischer Kompositionen, zahlreiche Bühnen- und Filmmusiken sowie über 500 Lieder, die vom Arbeiterlied bis zum zwölftönig komponierten Kunstlied reichen. Wegen seiner jüdischen Herkunft und seiner kommunistischen Überzeugung war Eisler während der 1930er und 1940er Jahre im Exil. 1947 wurde Eisler wegen unamerikanischer Umtriebe aus den Vereinigten Staaten ausgewiesen. Er lebte von 1949 bis zu seinem Tod im Ostteil Berlins, wo er bis zuletzt die Meisterklasse für Komposition an der Deutschen Akademie der Künste leitete. Er ist der Komponist der DDR-Hymne.

1941 begann Hanns Eisler, den 1929 in Amsterdam als Stummfilm entstandenen Dokumentarfilm „Regen“ von Joris Ivens, eine filmische Studie über die vielfältigen Effekte, die Regen erzeugen kann, neu zu vertonen. „14 Arten den Regen zu beschreiben“: dieses Quintett sollte sein bedeutendstes Werk auf diesem Gebiet werden. Eisler schreibt: „Die Technik der modernen Kammermusik wird auf den Film angewendet- Die Musik ist wieder in der Zwölftontechnik geschrieben, die Formen entstammen jedoch nicht der musikalischen Tradition, sondern sind ganz aus dem Rhytmus und der Struktur des Bildes heraus entwickelt.“ Nicht nur die Schrecken des Krieges in Europa, die Einsamkeit in der Riesenstadt New York, die Sehnsucht nach Stille sind in diesem Werk zu hören. Es ist zugleich eine Hommage an den Lehrer Schönberg.

Anton Arenskij Klaviertrio in d-Moll, op. 32.

Anton Stepanowitsch Arenskij, geboren 1961 in Nowgorod, zählte unter den russischen Komponisten der Generation eines Gustav Mahler und Richard Strauss zu den begabtesten. Das frühe Leben Arenskijs wird als „zügellos, zwischen Wein und Kartenspiel zerrinnend“ beschrieben. Im Alter von 44 Jahren starb Arenskij an Tuberkulose.

Die überaus romantische Kammermusik nimmt in seinem Schaffen einen prominenten Platz ein. „Arenskij wird stets all jenen attraktiv erscheinen, die sinnliche Schönheit für ein wesentliches Moment der Kunst halten. Typische Merkmale seiner Kompositionen sind die Kürze seiner Finalsätze und die Brillanz seiner Scherzos. Das Andante besteht aus Variationen über eine alte französische Volksweise: „Sur le pont d’Avignon, j’ai ouï chanté la belle“. Das Scherzo des Klavierquintetts ist einer der glänzendsten Sätze im gesamten Kammermusikrepertoire. Es funkelt wie Diamanten in der Sonne.“

Rückblick: Mittagsmusik am Bösendörferflügel