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Susanne Wesselsky, SopranGeboren 1957 in Heidberg, Bergisch Gladbach, aufgewachsen in Königstein (Sächsische Schweiz). 1971 Abschluss Oberstufe im Fach Violine. 1973-1980 Gesangsstudium an der Hochschule für Musik Leipzig, bei Kammersängerin Prof. Eva Fleischer. 1980 Staatsexamen Solo- Sängerin und Pädagogin für Gesang. Während des Studiums Praktika an der Oper und der musikalischen Komödie, Leipzig. 1980- 1986 Opernsängerin im Solo-Ensemble des Theaters der Altmark in Stendal (Kreis Magdeburg). Erhielt dort sechs Jahre lang alle Partien für Soubrette und später auch teilweise für Koloratursopran. 1987-1999 hauptberuflich Gesangspädagogin in Festeinstellung an der Musikschule »Sächsische Schweiz« (Pirna).
Nebenberufliche Konzerttätigkeit in TVSendungen der Unterhaltungsmusik des DDR-Fernsehens sowie Konzerte gemeinsam mit Künstlern der Staatsoperette Dresden in Galaprogrammen.
Seit 2000 freiberufliche Sängerin und Pädagogin für Gesang im Raum Allgäu/Bodensee. 2002 Gründung der privaten »Gesangsschule Susanne Wesselsky«. Aktuelle Unterrichtsorte: Wangen, Kißlegg, Isny.
2008 Gründung des »Klassik – Ensembles S. W.« Mitglied im »Bundesverband der Deutschen Gesangspädagogen«
Sie sang Partien in verschiedenen Produktionen der Isny-Oper, und bildete mit ihrer Gesangsschule mehrmals einen Opernchor, so in der Operette »Der Vogelhändler« 2009.

Susanne Wesselsky beim Isny Opernfestival:

Interview mit Susanne Wesselsky zum Isny Opernfestival 2009

Sie stellen mit ihrer Gesangsschule den Chor im »Vogelhändler« – eine Herausforderung?
Ja, weil ich sehr genau abschätzen muss, welche meiner Schüler diesem anspruchsvollen Chorpart bereits gewachsen sind und welche möglicherweise damit stimmlich überfordert wären. Da in meiner Gesangsschule leider zu wenige Männerstimmen zu finden sind, müssen die Männerstimmen aus Chören der Umgebung erst rekrutiert werden. Wenn die Herren dann zum ersten Mal den Umfang der Chorpartie sehen, muss ich meine ganze Diplomatie walten lassen, um ihnen die Angst vor dem auswendig Singen zu nehmen. Meist freuen sich dann aber schon nach der dritten Probe alle auf das gemeinsame Singen mit den internationalen Profis, auf die Kostüme, das Schauspiel und das besondere Fluid um, welches in dieser Art nur bei Isny-Oper zu finden ist.

Was ist für sie das Besondere an der Isny-Oper?
Die Isny-Oper ist ein junges, dynamisches, internationales Ensemble, mit wechselnden, immer hervorragenden Sängerinnen und Sängern. Isny-Oper erfindet sich mit jeder Inszenierung neu. Nicht zuletzt weil der spiritus rector Hans-Christian Hauser, mit seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit, seinen Fähigkeiten als Musiker, Regisseur, seinen vielen anderen Talenten und der von ihm ausgehenden Kraft und Energie, diesem Festival seine ganz persönliche, unnachahmliche Note verleiht. Im Team der Isny-Oper wird ganz besonders darauf geachtet, dass die Arbeit des gesamten Ensembles: Orchester, Solo, Chor, Technik, gleichermaßen geachtet und anerkannt wird. So entstehen oft jahrelange Freundschaften zwischen Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Das ist nicht überall selbstverständlich!

Ist Operette leichter zu singen als Oper?
Keinesfalls! Auch wenn die Melodien scheinbar leicht klingen, ist ihre sängerische Umsetzung oft genau so schwer für den Akteur wie Oper. Es gibt sogar Opern, welche leichter zu singen sind als z.B. »Der Vogelhändler«. Natürlich gibt es auch das Gegenstück: z.B. sind »Im weißen Rössl« oder »Der Vetter aus Dingsda«, sängerisch leichter zu bewältigen. Dafür hat man den Begriff »Singspiel« erfunden.
Der Fachmann weiß dann sofort – sängerisch leichte Operette. Die anspruchsvolle Variante hat den Namen »Klassische Operette« bekommen. Doch auf der Bühne ist nichts wirklich leicht, wenn man es gut machen will! Beim Singspiel und Musical kommen nur andere Schwerpunkte hinzu.

Denken sie noch gerne an ihr musikalisches Wirken in Ostdeutschland?
Ja, natürlich! Die Grundlage für diesen schönen Beruf, nämlich ein fundiertes Studium an der Hochschule für Musik in Leipzig, bei ausgezeichneten Lehrern und komplett auf Staatskosten und Stipendium ohne Rückzahlverpflichtung, habe ich seinerzeit in genau diesem Ostdeutschland bekommen.
Anschließend hat man dafür gesorgt, dass auch wirklich jeder abgehende Student ein Engagement bekam. So bekam ich ganz selbstverständlich im Anschluss an mein Studium einen festen Vertrag im Solo-Ensemble des »Theater der Altmark« in Stendal. Ja, (wenn wir mal die politischen Phrasen beiseite lassen), ich persönlich denke positiv an diese Zeit in Ostdeutschland, wenn ich sehe, wie schwer es heute oft sogar sehr begabte Sänger haben, ihren Lebensunterhalt nach dem Studium zu verdienen.

 

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