Überspringen zu Hauptinhalt

Kurt Weill (1900-1950) – »Der Kuhhandel«
Operette von Kurt Weill und Robert Vambery, komponiert im Jahr 1934 (Uraufführung in London 1935).
In reduzierter Orchesterbesetzung arrangiert von Hans Christian Hauser
Zum ersten Mal wird dieses Werk des großen deutsch-jüdisch-amerikanischen Komponisten nun in Süddeutschland aufgeführt.
Freilichtaufführung im Innenhof des Schlosses Isny
Termine nach Wetterlage in der Woche 16.-23. August 2020
– Büro für Tourismus 07562-97563-0
– Igel Buchhandlung 07562-8601

Die Operette ist ein politisches und pazifistisches Stück, das auch in unserer aktuellen politischen Situation brillante Perspektiven eröffnen kann.
Das Stück thematisiert die Macht der Waffenlobby. Friedliche Nachbarländer werden zur Aufrüstung gedrängt und in den Krieg getrieben. Subtil und frech wird vor Augen geführt, wie bestechlich Politiker und Öffentlichkeit sein können. Die einfache Bevölkerung muss dafür malochen, damit der Staat Geld für die Waffenkäufe aufbringen kann.
Im Mittelpunkt steht eine Liebesgeschichte. Wir versprechen einen unterhaltsamen Abend – sowohl Musik als auch Handlung – und auch ein lustiges Ende.

Die Handlung
Juan und Juanita aus dem Dorf möchten heiraten. Sie können sich die Hochzeit leisten, weil Juan eine Kuh besitzt, mit der sie ihren Lebensunterhalt bestreiten werden. Doch es kommt anders: der Agent eines internationalen Waffenfabrikanten besucht den Präsidenten der kleinen idyllischen Republik. Den Redakteur der Zeitung »Der Unbestechliche« hat er bereits bestochen, und so bringt die Zeitung eine Schlagzeile, die die Aufrüstung der kleinen, ebenso idyllischen Nachbarrepublik mit 30000 Gewehren verkündet. Dem kleinen Sohn des Präsidenten schenkt der Agent ein Pony und eine schön gelegene Hazienda mit Dienerschaft dazu. Nun kann der Präsident nicht widerstehen und unterschreibt die Bestellung von 40000 Gewehren. Um diese zu finanzieren, erhebt er eine »Wohlfahrtssteuer«. – Juan kann nicht bezahlen, muss dem Gerichtsvollzieher seine Kuh hergeben und sich in der Stadt als Packer verdingen, um Geld für eine neue Kuh anzusparen…. Während die kleine Republik in immer größere Turbulenzen schlittert, verfolgen Juan und Juanita standhaft und aufopferungsvoll das Ziel, ihre Hochzeit zu verwirklichen.

Zur Inszenierung

Aus den Corona-Abständen machen wir kurzerhand ein Memoryspiel: jede Spielfigur stellt sich als einzelnes Kärtchen vor. So unterschiedlich, munter und einprägsam wie die Motive eines bestimmten Memoryspiels aus den 1960er Jahren, das mir dabei altbekannt im Sinn ist.

Der Präsident dick und ordensgeschmückt auf einem Podest, der General blickt als schlitzäugiger Löwe drein, der wendige Sekretär Ximenez ist ein Wiedehopf, der eloquente Waffenagent Chao ein Schmetterling mit Maschinengewehr, der Gerichtsvollzieher eine Schnecke, der Waffenfabrikant fährt im Panzer, der Dorflehrer steckt im Rahmen fest, der Außenminister zeigt sich als finstere Eule, die Damen der Madame Odette als farbige Früchte. Die einfachen Dorfleute tragen weite indonesische Hosen. Drumherum weitere einprägsame Motive: Fische, grüner Blätterbaum, schön wehende Fahnen, blaue Schachteln, gepunktete Regenschirme, farbiges Rautenmuster, schwarzweißes Tupfenmuster.

Im Spiel mit diesen Karten gibt es viele Möglichkeiten, was passieren kann!
Welche der Karten würden S i e auswählen?

Hans-Christian Hauser

 

An den Anfang scrollen