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Purim

Hierbei handelt es sich um ein Fest zum Gedenken der Befreiung der persischen Juden im 5. Jahrhundert vor unserer Zeit. Haman, der damalige persische Ministerpräsident des Königs Achaschwerosch (Xerxes) ließ Lose ziehen, um den Tag der Ermordung aller in Persien lebenden Juden festzulegen. Daher leitet sich auch der Name »Purim« ab, denn »Pur« (Plural »Purim«) heißt übersetzt »Los«.

Die Tötung aller persischen Juden wurde jedoch durch die Königin Esther und deren Vetter Mordechai verhindert. Stattdessen erhängte man Haman sowie dessen Familie am ursprünglich für Mordechai errichteten Galgen. Es gibt einzuhaltende Gebote für Purim. Dazu gehört unter anderem die Vorlesung der Estherrolle (Megilla). Außerdem findet zu Purim nun stets ein Festmahl (»Seuda«) statt, welches am Nachmittag jenes Feiertages eingenommen wird. Zudem ist es Tradition Verwandte, Freunde und auch Nachbarn mit Süßigkeiten oder anderen Speisen zu beschenken. Auch sollen vor allem an mindestens zwei Arme Almosen vergeben werden. Dies gilt ebenso für einen armen Menschen, dieser soll wiederum zwei Bedürftige beschenken.

Das Halten von Trauerreden und das Fasten sind zu Purim untersagt. Traditionell ist das Verkleiden bei den Juden nicht gern gesehen, das Verkleiden zu Purim ist jedoch legitim.

 

Shabbat

Der Shabbat ist für gläubige Juden ein Ruhetag, d.h. am Samstag darf nicht gearbeitet werden, da laut Schöpfungsgeschichte die Welt in sechs Tagen von Haschem (Gott) erschaffen wurde und jener am letzten Tag ruhte. Dieser Tag der Ruhe wird im Judentum als ein Geschenk Haschems am Berg Sinai an das Volk Israel angesehen, welches es zu hüten sowie zu heiligen gilt.

Der Shabbat beginnt bereits mit dem Sonnenuntergang am Freitag. Hierbei entzünden die Frauen in der Regel zwei Kerzen. An Shabbat dürfen außerdem keine elektrischen Geräte benutzt werden. Vor dem Festessen am Freitag wird mit dem Kidduschgebet daran erinnert, wie Gott die Welt in sechs Tagen erschuf und dass man wie er am siebten Tag ruhen soll. Daraufhin erfolgt das Waschen der Hände und es werden zwei Hefezöpfe angeschnitten – das festliche Essen beginnt mit der ganzen Familie gemeinsam am Tisch.

Am Samstag geht man dann bereits frühmorgens in die Synagoge zum Beten. Ebenso finden nachmittags auch Gottesdienste statt. Abends erfolgt schließlich die Verabschiedung von Shabbat, indem man eine geflochtene Kerze anzündet (Hawdalah) und dabei diverse, eher melancholische Lieder singt. Die Melancholie soll das Empfinden über das Ende von Shabbat verdeutlichen.

 

Jüdische Hochzeit

Bei den Juden werden Mann und Frau unter einer so genannten »Chuppa«, einem Baldachin, getraut. Das Wort »Chuppa« bedeutet Abdeckung oder Schutz. Die »Chuppa« soll das Haus des Bräutigams symbolisieren, in welchem die Braut ihren neuen Wirkungskreis finden wird. Genauer gesagt steht die »Chuppa« für die Brautkammer, in der zur Zeit der Antike die Ehe vollzogen wurde.
Erst durch das Betreten des Bereichs unter der »Chuppa« sind Braut und Bräutigam nach der bereits durchgeführten Trauung auch formell verheiratet und die Hochzeit ist abgeschlossen. Die »Chuppa« ist nach allen Seiten geöffnet um die Bereitschaft des Brautpaars, ihr Haus stets für Gäste geöffnet zu haben, zu verdeutlichen.
So findet auch die »Chuppa-Zeremonie« unter freiem Himmel statt, um an den Segen Gottes, Abrahams Nachfahren so zahlreich wie die Sterne werden zu lassen, zu erinnern. Zudem symbolisiert der freie Himmel bei der Zeremonie die Entschlossenheit des Paares, einen Haushalt zu führen, der vor allem von geistlichen, himmlischen Idealen geprägt ist.
Schmuck ist bei der Hochzeit untersagt, da der Bräutigam nicht durch den Schmuck seiner Braut zu dem falschen Schluss kommt, sie sei eine reiche Frau, wenn das gar nicht der Fall ist. Denn der Bräutigam soll nicht in Versuchung geraten, seine Frau als ein wertvolles Schmuckstück anzusehen. Sonst könnte dies tatsächlich die Gültigkeit der Ehe in Frage stellen, da der Mann dachte, eine reiche Frau zu heiraten, sich der Schmuck jedoch als ein Imitat erweist. Das Brautpaar darf an seiner Kleidung während der Zeremonie keinen Knoten tragen, denn das Paar sollte, indem es die Bindung der Ehe eingeht, keine andere Bindung haben. So müssen auch Krawatten sowie Schnürsenkel geöffnet werden.
Der Bräutigam trägt während der »Chuppa-Zeremonie« stets einen weißen langen Kittel und die Frau ein weißes Kleid, um Gottes Sühne und eine absolute Reinheit des Paares von Sünden zu symbolisieren. Denn der Tag der Hochzeit ist für das Brautpaar wie ein kleiner »Jom Kippur« – ein Tag, an dem alle Sünden vergeben werden.

A. Idunnu Münch

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