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Festiv 2003 - Tschaikowsky (1840-1893) »Jolanthe« und Puccini (1858-1924) »Gianni Schicchi«Piotr Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893) »Jolanthe«
Lyrische Oper in einem Akt, Text von Modest Tschaikowsky nach dem Drama »König Renes Tochter« von Henrik Hertz.
Die Handlung spielt im 15. Jahrhundert in den Vogesen.
Dauer ca. 90 Minuten.

»Jolanthe« inszenieren wir als romantisches Märchen, gesungen in der weichen russischen Originalsprache. Die Szenen folgen so aufeinander als schlüge man in Muße ein schön bebildertes Märchenbuch auf. Die Handlung verlegen wir in ein fernes exotisches Land – nur die beiden Eindringlinge, die auf Jolanthes geheimnisvollen Garten stoßen, sind als Europäer in historischem Kostüm dargestellt.
Diese beiden Edelleute tragen Silbergrau, während sich Jolanthes Welt zwischen warmem Rot für Jolanthe selbst und tiefem Dunkelblau für den nachdenklichen König und den weisen Arzt entfaltet. Jolanthe lebt in einem Pavillon, dessen Form und Oberfläche an eine exotische Laternenpflanzen-Frucht erinnert. Dieser Raum – von außen transparent – symbolisiert ihre Blindheit, in die sie eingeschlossen ist.
Eine Tafel mit fremdartigen Buchstaben im Vordergrund verbietet bei Todesstrafe den Eingang in den Garten. Die großen Kaktusblüten zeigen Jolanthes Seelenleben. Wie ein Kaktus lebt auch sie in ihrer Blindheit und Abgeschirmtheit auf kargem Grund, doch ihre Seele entfaltet herrliche Blüten, die sich schließen. Diese Gefühlsbewegungen finden ihren Ausdruck in Tschaikowskys wunderbarer Musik. Wie auch bei »Gianni Schicchi« tritt ein Sprecher auf, der diesmal je nach Gemütslage öffnen und in die Rolle eines Höflings des Königs schlüpft. In der Funktion des Erzählers begleitet er das Publikum durch die gesamte Oper.

Künsterische Leitung, Inszenierung und musikalische Leitung: Hans-Christian Hauser

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