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Festival 2003 - Tschaikowsky (1840-1893) »Jolanthe« und Puccini (1858-1924) »Gianni Schicchi«Giacomo Puccini (1858-1924) »Gianni Schicchi«
Oper in einem Akt, Text von Gioacchino Forzano in Anlehnung an Dantes
»Göttliche Komödie«.
Die Handlung spielt in Florenz im Jahre 1299.
Dauer ca. 60 Minuten

»Gianni Schicchi« ist eine derbe Komödie, quasi eine Farce. Wir benützen die klare Form des Würfels als Kontrast zum Barock des Schlösschens Isny-Neutrauchburg. Außerdem verwenden wir nur starke, klare Grundfarben: blau, gelb, rot und weiß. Dadurch wird der Blick des Betrachters auch bei Noch-Tageslicht der Freilichtaufführungen auf das Bühnengeschehen konzentriert.
Die Würfel sind auf das Gelände »vom Himmel gefallen« – genauso wie der letzte Wille des reichen Don Buoso – klar und eindeutig zu Ungunsten der Familienmitglieder. Nun suchen die geldgierigen Verwandten verzweifelt nach einer Lösung, die Würfel doch noch zu ihren Gunsten zu drehen. Auch die Kostüme zeigen diese Klarheit: jeder trägt zwei Grundfarben an sich, asymmetrisch auf den Körper verteilt. Manche Stellen der Kostüme sind reicher ausgearbeitet als andere, einige Körperteile zeigen sich sogar ausgesprochen dünn – auch das symbolisiert das Entweder-Oder zwischen reicher Erbschaft und LeerAusgehen.
Die Renaissance-inspirierten ballonartigen Bereiche der Kleidung bringen Rhythmik ins Bild und unterstützen optisch die Rastlosigkeit der karikierten habgierigen Verwandtschaft. lustiger Kontrapunkt sind die armen Bediensteten, die unter dem bisherigen Hausregiment nichts zu lachen hatten und durch den neuen Hausherrn Gianni Schicchi nur gewinnen können, sowie der Mann im Würfel, der die sprachliche Verbindung zwischen der quirligen italienischen Originalsprache und dem Publikum herstellt.

Künsterische Leitung, Inszenierung und musikalische Leitung: Hans-Christian Hauser

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