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Das internationale Orchester des Isny-Festivals
Gesangsensemble aus Mitgliedern des Isny-Opernensembles
Kantorin: Roslyn Barak
Solo-Violine: Russell Kotcher
Solo-Violoncello: Bledar Zajmi

Organisatorische Mitarbeit: Gerda Semer, Andrea Schade, Manuela Epple, Linda Lincke-Cohen, Moira Thiele, Liu Yue und andere
Leitung Hans-Christian Hauser

John Williams (*1932)
Drei Violinsoli aus der Filmmusik »Schindlers Liste« (Itzhak Perlman gewidmet)
– Thema aus »Schindlers Liste«
– Jüdische Stadt – Krakauer Ghetto Winter 1941
– Erinnerungen

Ernest Bloch (1880-1959)
Trois poèmes juifs für Orchester (komponiert 1913)
Danse – Rite – Cortege funebre

Drei jiddische Lieder
(Arrangement: Hans-Christian Hauser)

Lazar Weiner (1897-1982)
Shtile Licht (Text: Mani Leib)

Mark Markovich Warshawski (1848-1907)
Oifn Pripitshek

Abraham Ellstein (1907-1963)
Yid’l mit‘,n Fidl (Text: Itzik Manger)

Max Bruch (1838-1920)
Kol Nidrei für Violoncello und Orchester

David Schiff (*1945)
Suite für den Synagogalgottesdienst
(Avodath beit Yisrael)
– Shalom Aleichem
– Candle Blessing
– Lecha Dodi
– Hashkivenu
– Kiddush
– Shalom Rav

Drei Ladino-Lieder
(Arrangement: Hans-Christian Hauser)
Sephardisches Volkslied: Scalerica de oro (Arrangement L. Algaz)
Sephardisches Volkslied: Cuando el rey Nimrod
Sephardisches Volkslied: Tu madre cuando te pario

Naomi Shemer (1930-2004)
Y‘ rushalayim Shel Zahav
(Arrangement: Gary Sheldon)

Kurt Weill (1900-1950)
My ship aus »Lady in the Dark«
(Text: Ira Gershwin)

Leonard Bernstein (1918- 1990)
Somewhere aus »Porgy and Bess«
(Text: Steven Sondheim)

 

Die jüdische Seele

Der Ausdruck der jüdischen Seele durch Musik ist ein frohes Unterfangen, denn die des jüdischen Volkes ist reich und voller Varianten; sie umfasst viele Stile, Rhythmen und Stimmungen. Die Juden, verstreut über die ganze Welt, haben oft den Ausdruck der Gastgeberkulturen in ihr eigenes Kulturleben aufgenommen, aber sie haben diesen verfeinert mit einer relgösen und ethnischen Einzigartigkeit, sei es durch die Texte, die musikalischen Rhytmen oder die Sprachmelodie und die Phrasierung der Musik.

Roslyn Baraks Konzertprogramme repräsentieren ein weites Spektrum jüdischer musikalischer Erfahrung – Liturgie in Musik, umgesetzt durch verschiedene Komponisten, gesungen in Hebräisch (der Sprache des Gebetsbuches), Jiddische Lieder in unterschiedlichen Stilen und zeitgenössische israelische Lieder. Während diese Lieder von vielerlei Dingen berichten, drücken alle die Seele eines Volkes aus, dessen Los es war, umherziehen zu müssen und unterdrückt zu werden, während es nie seinen Glauben und die Liebe zu Gott und an die Thora aufgab.
Durch Musik drückt das jüdische Volk Sehnsucht, Lachen und Weinen, Trauer und Hoffnung aus und das Warten auf eine künftige Welt, das messianische Zeitalter der Erlösung und des Friedens. Diese Lieder sind aber nur ein kleines Fenster in die Welt der Jüdischen Seele.

 

Die Gemeinde Emanu-El

Als unerschrockene Juden 1848 um das Kap Horn segelten oder in den USA als Teil der Wanderungsbewegung nach Westen zogen, konnten sie sich kaum vorstellen, dass sie dazu beitragen, eine der dynamischsten Gemeinden Amerikas zu gründen. San Francisco – die Stadt, die die Vorstellungskraft einer Nation beflügelt – ist die Heimat des Tempels der Gemeinde Emanu-El, einem Wahrzeichen Nordkaliforniens.

Die Gemeinde wurde 1850 gegründet. Sie ist ein Brennpunkt für das progressive jüdische Leben in San Francisco. Die Gemeinde hat sich stets verpflichtet gefühlt, der Musikpflege einen hohen Rang zuzuweisen. Große Musiker, wie etwa Yehudi Menuhin und Isaac Stern, wurden hier entdeckt und gefördert. Große liturgische Werke wie die heiligen Messen von Ernest Bloch und Darius Milhaud wurden von der Gemeinde in Auftrag gegeben.

Der Tempel ist der Raum, wo wir Gott unseren Dank abstatten, den Reichtum unseres Erbes erkunden und daran erinnert werden, dass wir Teil eines Volkes sind, dessen Auftrag es ist, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Mit »Songs of a People« verleiht die Kantorin Roslyn Barak unseren geistigen Hoffnungen, Träumen und Gebeten eine neue Stimme. Ihr musikalisches Vermächtnis wird auch kommende Generationen bereichern.

 

Ladino

Ladino ist das von den spanischen Juden nach ihrer Vertreibung aus Spanien (1492) beibehaltene Spanisch. Es wurde und wird zum Teil noch gesprochen von jüdisch-spanischen Bevölkerungsgruppen auf dem Balkan, in Kleinasien und Marokko. Es wurde auch in Zeitungen und Zeitschriften gepflegt. Bis zum 2. Weltkrieg war Saloniki das bedeutendste Zentrum. Die Sprache war gekennzeichnet durch Hebraismen im Wortschatz und in der Syntax. Geschrieben wurde meist in hebräischer Schrift. Es zeigt archaische Züge, da es die Entwicklung des Neuspanischen nicht mitgemacht hat.

 

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