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Till Bastian mit Musik Franz Schubert (1797-1828) »Schuberts Rosamunde«
Schauspiel in acht Szenen mit der Originalmusik von Franz Schubert
(»Rosamunde«, D. 797) – Text: Till Bastian

Im Herbst 1823 befindet sich der 26-jährige Franz Schubert in einer tiefen Krise. Gesundheitlich geht es ihm schlecht, seine Syphilis verschlimme1t sich, die von den Ärzten verwendeten Arzneien bewirken so starken Haarausfall, daß er eine Perücke tragen muß. Sein Freund und Mentor Franz von Schober teilt Schubert mit, daß er Wien verlassen will, um eine Stelle am Theater in Breslau anzutreten. Und alle Versuche Schuberts, auf der Bühne Fuß zu fassen, sind gescheite1t – zuletzt die Opern »Fierabras« sowie »Alfonso und Estrella«, zu der Schober das Textbuch verfaßt hat.

In dieser Situation entscheidet sich Schubert, die Musik zu einem »romantischen Schauspiel« der Erfolgsautorin Helmine von Chezy zu schreiben. Das gemeinsame Werk »Rosamunde, Fürstin von Zypern« wird am 20.12.1823 uraufgeführt – und fällt bei Kritik und Publikum durch, obschon Schuberts Musik allgemein gelobt wird. Nach nur zwei Aufführungen verschwindet die »Rosamunde« vom Spielplan. Schubert aber wendet sich endgültig von der Oper ab, widmet sich der Kammennusik und erschließt sich den Weg zur großen Symphonie.

In »Schuberts Rosamunde« hat Till Bastian Schuberts berühmte Schauspielmusik mit einem Text kombiniert, der – anstelle des ursprünglichen Chezy-Dramas – die verzweifelte Situation des Komponisten im Winter 1823/ 24 darstellen will. Wie im Dezember 1823 erklingt zwischen den Akten Schuberts Originalmusik. Im Gegensatz zu nahezu allen konzertanten Aufführungen der Gegenwart und zu allen erhältlichen Tonträgern (die stets auf die »Zauberharfe« von 1820, D. 644, zurückgreifen) sollte jedoch, ganz wie bei der Premiere von 1823, auch die damals gespielte und nach heftigem Beifall wiederholte Ouvertüre D. 732 (eigentlich die Ouvertüre zu »Alfonso und Estrella«) die Isnyer Uraufführung von 1997 eröffnen.
Für dieses Stück erschien ein gesondettes Programmheft.

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