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Jean Baptiste Molière (1622-1673) »Die Streiche des Scapin«
Posse in drei Akten
Deutsche Übersetzung von Hans-Christian Hauser

  • Pantalone, reicher Kaufmann – Marshall Raynor
  • Hieronymus, reicher Kaufmann – Simon Würtenberger
  • Scapin, Diener von Leander und Schelm – Hans-Christian Hauser
  • Sylvester, Diener von Octavio – Daniel Meister
  • Octavio, Sohn des Pantalone und Geliebter der Hyacinthe – Thomas Thalheimer
  • Leander, Sohn des Hieronymus und Geliebter der Zerbinetta – Alexander Haidt
  • Hyacinthe, Geliebte des Octavio – Christine Rasch
  • Zerbinetta, Zigeunerin und Geliebte des Leander – Evelyn Würtenberger
  • Nerina, Amme der Hyacinthe – Sandra Zinke
  • Carl, ein Freund von Scapin und Sylvester – Max Pawelka
  • Chevalier Chagrin – Matthias Hofer

Ort der Handlung: Neapel

Der Stil
Das Stück »Die Streiche des Scapin«, 1671 im Theater »Palais Royal« uraufgeführt, ist eine der letzten Komödien Molieres. In diesem Stück steht noch wie in den spanischen und italienischen Possen, die Molieres Vorbilder waren, vor allem die Handlung mit ihren Verwicklungen und Überaschungen im Vordergrund. Es ist nach 20 Jahren eine Rückkehr zu den Possen seiner Jugend, wo die Handlung getragen wird durch die unerschöpflichen Einfälle des Dieners.

Obwohl wir stark an die Figuren der Commedia dell’arte der italienischen Farce erinnert werden – an den alten Pantalone (in dieser Aufführung bekommt ja Argante den Namen Pantalone), den Arlequino und an Brighella, der seine Züge Scapin leiht, an die Inamorati, die Verliebten – unterscheidet sich diese Farce von den früheren. Die Komik hat an Tiefe gewonnen. Die burlesken Szenen sind dennoch von einer realistischen Beobachtungsgabe geprägt. Das immer gleiche Schema der Figuren der Commedia dell’arte wird zugunsten einer lebendigen Charakterzeichnung aufgegeben (z. B. die der beiden Alten).

Moliere hat aus vielen Quellen. geschöpft, und doch ist es eine Komödie voller Reichtum der Einfälle, von geschliffener Perfektion und Klarheit, allerdings ohne große menschliche Wärme. Scapin ist der König der Schelme, beweglich und geschmeidig, frech und grausam, blasiert und stolz, der alle Fäden in seiner Hand hält und die anderen tanzen läßt. Der Vorhang fällt erst, wenn es Scapin gefällt, die Vorstellung zu beenden.

Hans-Christian Hauser

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