Handlungsabriss

Der Zar läßt sich photographieren

Angèle, eine junge Photographin in Paris, bekommt einen Telephonanruf: der Zar, der gerade in Paris weilt, möchte sich in ihrem Atelier fotografieren lassen.
Angèle und ihr Personal freuen sich auf diese unerwartete Chance, berühmt zu werden und bereiten sich aufgeregt auf den hohen Gast vor.

Es klingelt, doch es ist nicht der Zar, sondern eine Bande von Verschwörern: der Anführer, sowie zwei falsche Angèles, die sich beim Besuch des Zaren an Stelle der echten setzten werden, gefolgt von einem falschen Gehilfen und einem falschen Boy, die das Personal des Ateliers täuschend echt abbilden sollen, von ähnlicher Statur sind und sich nun zudem einiger Kleidungsstücke des Boys und des Gehilfen bemächtigen.

Die Verschwörer konfrontieren die entsetzte Angèle mit ihrem Plan: sie werden ein Geschoss in den photographischen Apparat einzsetzen, um den Zaren, wenn er zur Aufnahme still sitzt, mitten ins Herz zu treffen. Sie verraten ihr auch, dass sie sich gegenüber dem Hofmarschallamt als Angèle ausgegeben haben, um dem Zaren einen Besuch im Atelier schmackhaft zu machen.
Dann setzen sie Angèle und ihr Personal außer Gefecht.

Jetzt tritt der Zar in Atelier, ein kultivierter Gentleman.
Er erklärt, dass er als normaler Mensch, nicht als Zar, fotografiert werden möchte. Er genießt die Muße, für eine kurze Zeit den protokollarischen Pflichten und Zwängen entronnen zu sein.
Und er beginnt, (die falsche) Angèle sinnlich zu begehren.

Die beiden falschen Angèles betreuen und verwirren ihn abwechselnd von beiden Seiten, so dass ihm nie klar wird, dass es sich um zwei Frauen handelt und nicht um die EINE Angèle. Sie haben nichts Anderes im Sinn, als rasch zur Sache zu kommen: den Zaren ruhig auf den Sessel zu setzen - und dann abzudrücken.
Doch der Zar hält nicht still, hat ständig neue Ideen...

Es liegt in der Luft

Ein großes Warenhaus im Berlin der 1920er Jahre spiegelt in vielen Facetten den Beginn einer modernen Zeit.
22 unterhaltsame und geistreiche Chansons unterhalten das Publikum mit pointierten Themen, die uns noch heute recht bekannt vorkommen - so zum Beispiel:

Schnäppchenjägerinnen:
...Reste, Reste wählen, wahllos alle Wähler! Angestoßenes Geschirr ohne Fehler!...Nur zurückgesetzt muss es sein!

Parfümabteilung:
...Ich esse nicht, ich schlafe nicht, ich tanze nicht, ich bade nicht, ich liebe nicht, ich lebe nicht, ich s c h m i n k e mich!...

"Meine beste Freundin":
...Wenn die beste Freundin mit der besten Freundin, um was einzukaufen, um sich auszulaufen, durch die Straßen latschen, um sich auszuquatschen....

eine Schaufensterpuppe:
...Es steht in dem Fenster, der Menschheit zur Schau, eine magere Frau unbeweglich! Es hat zum Kostüm ihr der Stoff nicht gereicht, was oben sie zeigt, ist recht kläglich....

"Feiertage müssen ungemütlich sein" (Konfirmationsanzüge):
...Die Kinder ham was niedliches, doch wird´s was ungemütliches für jedes bessre Kind wenn Feiertage sind. Dann kriegt das Kind ein Kleidchen an worin sich´s nicht bewegen kann, und jeder ruft "wie nett!" wird´s Kind so steif wie´n Brett!..

"Ping-Pong" (Sportabteilung)
...Ping-Pong! Ping-Pong! Kreuzworträtsel, einst umrissen, hetzten sich zu Tode! "Frag mich was" will keiner wissen, Ping-Pong ist jetzt Mode!...

Kleptomanen:
...Alle Männer, alle Frauen, welche Waren sich beschauen, lieben das Gefühl zu klauen!...